Mythen & Fakten

Migräne Trigger: Was wirklich stimmt – Auslöser im Check

Der Trigger-Check hilft dir, häufig genannte Migräne-Auslöser einzuordnen – zwischen Mythos, Vorboten und wissenschaftlicher Evidenz.

Migräne Trigger: Was wirklich stimmt – Auslöser im Check

Es gibt zahlreiche Annahmen darüber, inwiefern und welche Trigger Migräneattacken auslösen können. Unser Trigger-Check soll dir dabei helfen, häufig genannte Auslöser besser einordnen zu können und zwischen Mythos, Vorboten und wissenschaftlicher Evidenz zu unterscheiden.

1. Migräne durch Schokolade – Auslöser oder Mythos?

Manche Betroffene bringen Schokolade mit einem Anfall in Verbindung, doch Studien zeigen, dass Schokolade nicht häufiger Migräne verursacht als Placebo. Zudem können Heisshunger auf Süsses und bestimmte Lebensmittel bereits ein Prodromal-Symptom der Migräne sein – also ein Vorbote, nicht der Auslöser selbst.

2. Alkohol als Migräne-Auslöser? Was sagt die Forschung?

Viele Menschen mit Migräne berichten über Alkohol als Auslöser, insbesondere Rotwein. Die Forschung zeigt jedoch, dass nur ein Teil der Betroffenen tatsächlich unmittelbar nach dem Rotweinkonsum Kopfschmerzen entwickelt, und die Effekte individuell sehr unterschiedlich sind. Alkohol kann im Körper schädliche Moleküle freisetzen, die die Blutgefässe im Gehirn beeinträchtigen und so eine Attacke begünstigen. Die Mechanismen, über die Alkohol Migräneattacken begünstigen könnte, sind bislang nicht vollständig geklärt.

3. Histamin und Migräne: Welche Lebensmittel sind problematisch?

Einige Lebensmittel wie zum Beispiel gereifter Käse, einige Wurstsorten, Rotwein oder Sauerkraut sind reich an den Neurotransmittern Tyramin und Histamin. Bei manchen Menschen funktioniert der Histaminabbau anders – sie haben eine Histaminintoleranz. Insofern können diese Lebensmittel Migräneattacken begünstigen.

4. Stress und Migräne: Warum der Abbau oft gefährlicher sein kann als Stress selbst

Stress wird von Betroffenen sehr häufig als Auslöser genannt, allerdings tritt die Migräne oft nicht während, sondern nach einer stressigen Phase auf. Das spricht dafür, dass nicht der Stress allein, sondern der Wechsel des Stressniveaus eine Rolle spielt. Stress wirkt zudem als Verstärker anderer Faktoren und ist Teil eines komplexen Zusammenspiels, kein isolierter Auslöser.

5. Hormone und Migräne: Östrogen, Menstruation & Co.

Hormonelle Veränderungen, insbesondere Schwankungen des Östrogenspiegels, beeinflussen Migräne bei vielen Betroffenen – nicht nur rund um die Menstruation, sondern auch in der Pubertät, der Schwangerschaft oder der Perimenopause. Bei Männern werden Hormonschwankungen als Auslöser weniger genannt, kommen aber ebenso vor.

6. Wetter und Migräne: Luftdruck, Temperatur & Wetterumschwung

Ein häufig genannter Trigger für Migräne ist der Wetterumschwung. Ein sich ändernder Luftdruck oder eine veränderte Temperatur kann bei vielen Betroffenen zu Migränesymptomen führen.

7. Schlafmangel als Migräne-Trigger: Was du wissen solltest

Schlafmangel gilt als wichtiger Migränetrigger, da er den natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus stört. Forschende gehen davon aus, dass dabei verschiedene Prozesse im Gehirn beteiligt sind. Neben einer erhöhten Schmerzempfindlichkeit können bestimmte Schmerzbahnen aktiviert sowie Botenstoffe freigesetzt werden, was zusammen die Entstehung einer Migräneattacke begünstigen kann.

8. Sport und Migräne: Wann Bewegung hilft – und wann nicht

Intensiver Sport kann im Körper verschiedene Botenstoffe freisetzen, die die Blutgefässe erweitern und Schmerzwege im Gehirn aktivieren – ähnliche Prozesse, die auch während einer Migräneattacke ablaufen. Zudem kann anstrengende körperliche Aktivität den Schlaf-Wach-Rhythmus durcheinanderbringen und den Energiestoffwechsel im Gehirn belasten, was bei manchen Menschen eine Attacke begünstigen kann. Auch ein durch intensive körperliche Belastung ausgelöster Abfall des Blutzuckerspiegels kann als Trigger für eine Migräneattacke wirken.

Gleichzeitig zeigt sich jedoch, dass regelmässige und moderate körperliche Aktivität eine vorbeugende Wirkung haben kann, da sie die individuelle Reizschwelle für Migräne positiv beeinflusst. Besonders geeignet ist dabei Ausdauertraining im moderaten Bereich wie Spazieren oder leichtes Radfahren.

Kopfschmerztagebuch: Persönliche Trigger erkennen

Es gibt keine universellen Trigger, die bei allen Menschen Migräne auslösen, sondern vielmehr ist das sehr individuell. Viele als Trigger wahrgenommene Faktoren können auch Begleiterscheinungen oder Vorboten einer Attacke sein, die zeitlich nicht korrekt zugeordnet werden.

Ein Kopfschmerztagebuch kann helfen, persönliche Muster und Zusammenhänge zu erkennen.

Das Kopfwehzentrum Hirslanden stellt dafür einen Kopfwehkalender zum Herunterladen bereit.

Du hast den Beitrag gelesen? Dann festige dein Wissen mit unseren interaktiven Wissenskarten.

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