Grundlagen

Grundlagen

Migräneattacke: Phasen, Symptome & Verlauf einfach erklärt

Vier Phasen, und der Schmerz ist nur eine davon. Wer die Anzeichen davor kennt, merkt eine Attacke, bevor sie da ist.

Migräneattacke: Phasen, Symptome & Verlauf einfach erklärt

Vielleicht kennst du dieses Gefühl: Du bist müde, gereizt oder unkonzentriert, ohne genau zu wissen, warum. Noch ist kein Kopfschmerz da – und doch fühlt sich etwas anders an. Genau so beginnt Migräne bei vielen Menschen.

Denn eine Migräneattacke verläuft meist in mehreren Phasen, die sich schon lange vor dem eigentlichen Schmerz bemerkbar machen können.

Der Verlauf einer Attacke
Schweregrad Zeit
  • Müdigkeit
  • Reizbarkeit
  • Heisshunger
  • Stimmungsschwankungen
  • Harndrang
  • neurologische Ausfälle wie Seh- und Sprachstörungen
  • starke Kopfschmerzen, oft pulsierend, pochend
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Licht-, Geräusch- und Geruchsempfindlichkeit
  • Müdigkeit
  • Erschöpfung
  • Hyperaktivität
  • Harndrang
  • Appetitlosigkeit

Tippe auf eine Phase, um sie in der Kurve zu sehen. Grafik adaptiert nach Diener C, 2021.

1. Prodromalphase: Frühwarnzeichen einer Migräneattacke

Bereits Stunden bis Tage vor der Migräneattacke können erste Veränderungen auftreten. Eventuell bist du sehr gut gelaunt, aber vielleicht fühlst du dich auch ungewöhnlich müde, gähnst ständig, bist innerlich unruhig oder schnell gereizt.

Auch Konzentrationsschwierigkeiten oder ein starkes Verlangen nach bestimmten Lebensmitteln sind typische Anzeichen. Diese Vorboten werden häufig nicht richtig interpretiert, gehören aber bereits zur Migräneattacke und können dir helfen, frühzeitig Gegenmassnahmen zu ergreifen, etwa durch Schonung, Anpassung deines Tagesablaufs oder eine rechtzeitige Einnahme von Medikamenten.

2. Migräne mit Aura: Signale erkennen

20–30 % Bei etwa 20-30% der Betroffenen geht der Kopfschmerzphase eine Auraphase voraus.

Bei etwa 20-30% der Betroffenen geht der Kopfschmerzphase eine Auraphase voraus. Diese neurologischen Symptome zeigen sich typischerweise kurz vor den Schmerzen und können flimmernde Lichtblitze, blinde Flecken im Gesichtsfeld, Kribbeln oder vorübergehende Sprachstörungen umfassen.

Die Aura tritt häufig vor Beginn der Kopfschmerzphase auf und dauert in der Regel eine Stunde. Bei der Mehrheit der Betroffenen tritt jedoch keine Auraphase auf. In diesen Fällen geht die Prodromalphase direkt in die Kopfschmerzphase über.

3. Kopfschmerzphase: Wenn der Schmerz einsetzt

Jetzt tritt das Symptom in den Vordergrund, das viele mit Migräne verbinden. Die Kopfschmerzen sind oft pochend, stechend oder pulsierend und können sehr intensiv sein.

Häufig kommen Übelkeit, Erbrechen sowie eine starke Empfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen und Gerüchen hinzu. Bewegung verschlechtert die Beschwerden oft deutlich, Ruhe und Rückzug werden notwendig. Diese Phase kann unbehandelt Stunden bis mehrere Tage dauern.

4. Postdromalphase – Erholung nach der Migräneattacke

Nach dem Abklingen der Schmerzen fühlen sich viele Betroffene noch erschöpft, benommen oder reizempfindlich. Diese Rückbildungs- bzw. Erholungsphase kann Stunden bis hin zu mehreren Tagen nach der Schmerzphase andauern.

Müdigkeit, Konzentrationsprobleme und ein allgemeines Ausgebrannt sein sind typische Nachwirkungen, die die vollständige Erholung hinauszögern.

Migräne verläuft nicht bei allen Menschen gleich

Anfall ist nicht gleich Anfall. Manche erleben alle Phasen, andere nur einige davon. Nicht alle haben eine Aura oder deutlich erkennbare Prodromalsymptome.

Zudem können sich Art, Reihenfolge und Ausprägung der Migränephasen im Laufe der Zeit verändern – etwa abhängig von Lebensumständen, hormonellen Faktoren oder dem Alter.

Diese Vielfalt macht die Erkrankung komplex, schwer einzuordnen und sie bleibt deshalb häufig lange unzureichend diagnostiziert. Umso wichtiger ist es, die eigenen Symptome ernst zu nehmen und bei anhaltenden oder belastenden Beschwerden das Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt zu suchen.

Migräne ernst nehmen: Kopfschmerztagebuch führen & Arzt aufsuchen

Wenn du die typischen Muster und Symptome kennst und diese in einem Kopfschmerztagebuch protokollierst, kannst du Zusammenhänge im eigenen Erleben besser einordnen und frühzeitig professionelle Hilfe suchen. Eine ärztliche Abklärung kann dabei helfen, die richtige Diagnose zu stellen und gemeinsam Behandlungsmöglichkeiten zu finden.

Was tun, wenn jemand in meinem Umfeld betroffen ist?

Wenn du jemanden kennst, der solche Symptome erlebt, kann Mitgefühl und Verständnis viel bewirken. Migräneattacken sind oft vielschichtig, individuell unterschiedlich und von aussen nicht immer erkennbar. Viele Betroffene leben zudem lange ohne klare Diagnose, was die Behandlung erschwert und die Lebensqualität verringert. Verständnis, Geduld und Unterstützung können daher eine grosse Entlastung sein.

Sie verlassen migraine-hub.ch

Der Link führt auf eine Website, die nicht von uns betrieben wird. Für deren Inhalte, Angebote und Datenbearbeitung sind wir nicht verantwortlich. Es gelten die Datenschutzbestimmungen der jeweiligen Anbieterin.

Sie werden weitergeleitet auf:

Weiter zur externen Seite